Individuell wohnen vs. authentisch wohnen – was ist der Unterschied?

In Zeiten von Social Media, Interior-Trends und Wohn-Influencern scheint das eigene Zuhause mehr denn je Ausdruck der Persönlichkeit zu sein. Kaum scrollt man durch Instagram oder Pinterest, stößt man auf neue Farbkonzepte, Deko-Ideen und Einrichtungstrends.
Doch während viele von „individuell wohnen“ sprechen, taucht immer öfter auch der Begriff „authentisch wohnen“ auf. Beide werden oft synonym verwendet – und doch beschreiben sie zwei ganz unterschiedliche Ansätze, wie wir unser Zuhause gestalten.

 

Individuell wohnen bedeutet, die eigene Persönlichkeit durch Einrichtung und Gestaltung sichtbar zu machen. Hier steht der Wunsch im Vordergrund, sich von der Masse abzuheben.

  • Farben, Formen und Materialien werden bewusst gewählt, um den eigenen Geschmack zu zeigen.
  • Designerstücke oder kreative DIY-Projekte setzen Akzente.
  • Es geht um Selbstinszenierung – das Zuhause wird zur Bühne der eigenen Identität.

Individuelles Wohnen ist oft inspiriert von Trends, aber immer mit einer persönlichen Note. Wer individuell wohnt, möchte ein Statement setzen: „So bin ich!“

Authentisch wohnen – wenn das Zuhause wirklich zu DIR passt

Authentisch wohnen geht einen Schritt weiter. Es bedeutet nicht nur, etwas Einzigartiges zu schaffen, sondern etwas Echtes – etwas, das wirklich zum eigenen Leben passt. Es geht weniger um Ästhetik, sondern um Stimmigkeit – das Gefühl, dass alles an seinem Platz ist, weil es zu einem gehört. Man richtet sich nicht für andere ein, sondern für sich selbst.
Hier kommen die Wohnbedürfnisse ins Spiel (Mehr dazu in diesem Blogbeitrag vom Februar 2025).

Wenn Bedürfnisse den Wohnstil prägen

Ein authentisches Zuhause entsteht aus deinen Bedürfnissen heraus.
Ein kleines Beispiel:

Eine große Glasfront im Wohnraum ist modern, hell und liegt total im Trend – und vielleicht gefällt sie dir auch optisch sehr gut.
Aber wenn dein Bedürfnis nach Sicherheit, Schutz und Geborgenheit stark ausgeprägt ist, kann genau diese Glasfront innerlich Unruhe auslösen.

Solche „Wohnkonflikte“ werden oft erst später bemerkt – im Alltag, wenn man schon wohnt.
Eine Bedürfnisanalyse zu Beginn des Planungsprozesses hilft, solche Situationen zu vermeiden.
So kannst du schon früh herausfinden, was dich wirklich unterstützt – und dein Zuhause ganz bewusst darauf aufbauen. :-)

Innen oder außen – woher kommt deine Wohninspiration?

In einer Welt voller Inspiration und Möglichkeiten verschwimmen die Grenzen zwischen Individualität und Authentizität schnell.
Während individuell wohnen oft nach außen wirkt, richtet sich authentisch wohnen nach innen.

Vielleicht liegt die wahre Kunst des Wohnens genau darin, beides zu verbinden:
Räume zu schaffen, die persönlich sind – aber vor allem stimmig für dich und deinen Alltag.

Und hey – ein Zuhause darf wachsen, sich verändern und auch mal Unvollkommenheiten zeigen.
Denn genau das macht es am Ende wirklich authentisch.

Wenn du dein Zuhause mit beidem füllst – Persönlichkeit und Echtheit – entsteht ein Ort, an dem du dich nicht nur wiederfindest, sondern wirklich zu Hause fühlst.

 

Alles Liebe, 
Birgit