Licht ist nicht sichtbar.

Erst wenn Licht auf Materie trifft und von deren Oberfläche in unser Auge reflektiert wird, wird dort eine Sehempfindung ausgelöst. Nur dadurch können wir Dinge in unserer Umgebung erkennen und uns orientieren. Schon krass, oder? Licht ist Energie und:
Licht schafft auch Emotionen. Es kann belebend, harmonisch, magisch, geheimnisvoll oder auch beunruhigend wirken.

Ich habe kürzlich einen Workshop zum Thema „Licht im Raum – Lichtplanung für stimmungsvolle Wohnräume“ absolviert, um dich künftig noch kompetenter zu diesem wichtigen Thema beraten zu können.

Um Licht optimal zu nutzen, sollte neben Fachwissen und technischen Grundlagen auch das Verständnis von Licht und seiner Bedeutung in der (Wohn-)Psychologie nicht außer Acht gelassen werden.

Künstliche Beleuchtung kann das natürliche Tageslicht nicht ersetzen! Die meisten von uns verbringen sehr viel Zeit (ca. 90%) in geschlossenen Räumen und erleben den Verlauf des Tageslichts nur noch mit dem Blick durch das Fenster. Doch dass wir von Tageslicht abhängig sind, wird uns erst bewusst, wenn bereits ein Mangel daran entsteht. Typische Krankheiten, welche auf einen Mangel an Tageslicht zurückzuführen sind, wären bspw. Erkrankungen, die mit einem Vitamin-D3-Mangel in Zusammenhang stehen.

Vitamin D3 (eigentlich ein Hormon) wird durch Einwirkung von ultravioletter Strahlung mit einer speziellen Wellenlänge (252nm – 330nm) in der menschlichen Haut gebildet. Fensterscheiben sind aber nahezu intransparent für genau jene Spektralanteile der UV-Strahlung, wie aus einer Studie von Frau Archt. Dipl.-Ing. Dr. Renate Hammer hervorgeht. Selbst UV-durchlässige Spezialgläser können einen Aufenthalt im Freien nicht ersetzen! Deshalb ist es umso wichtiger, in der Planung Bereiche und Möglichkeiten zu berücksichtigen, um für kurze Pausen ins Freie gehen zu können.

Licht macht sichtbar.

Für mich als Baubiologin sind Lichtquellen mit guter Farbwiedergabe (also einem CRI Wert von mind. 90) und guter Lichtverteilung an bestimmten Positionen im Raum viel wichtiger als das Design einer Leuchte.
Auch der natürliche Tageslichtverlauf sollte in der Kunstlichtplanung ebenfalls berücksichtigt werden. Denn der Verlauf der Sonne von morgens bis abends und der Tag-Nacht- und natürliche Wach-Schlaf-Rhythmus reguliert den menschlichen Bio-Rhythmus. Dieser wird als Circadianer Rhythmus bezeichnet und beeinflusst uns wesentlich stärker als viele andere soziale Faktoren in unserem Leben.

Lichtplanungen sind immer ein Gesamtkonzept von Tagesbelichtung und Kunstlichtbeleuchtung und werden in Abstimmung mit der Innenarchitektur, dem Raumkonzept und der Funktion (Sehaufgabe) individuell erstellt. Farben, Materialien und Möblierung spielen dabei eine entscheidende Rolle! Ein gutes und die Gesundheit unterstützendes Ambiente zu schaffen, sollte das Ziel jeder Lichtplanung sein. Ich stehe dir dabei gerne zur Seite und arbeite deshalb auch mit echten Licht-Profis zusammen. ;-)

 

 

Alles Liebe,
Birgit